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Weinernte in Europa deutlich kleiner
Die
europäische Weinernte wird 2002 mit ca. 160 Mio. hl deutlich
kleiner als im Vorjahr ausfallen (168 Mio. hl) und somit weit
unter dem Durchschnitt der letzten Jahre (ca. 170 Mio. hl) liegen.
Schuld daran sind vor allem ungünstige Witterungsbedingungen
und lokale Wetter- und Hochwasserkatastrophen im Mittelmeerraum.
In
Deutschland wird derzeit mit rund 10,5 Mio. hl eine normale
Ernte erwartet. Vertreter aller europäischen Weinbauländer hatten
sich an diesem Wochenende im portugiesischen Porto getroffen,
um die aktuelle Situation zu analysieren und über mittelfristige
Reformen der europäischen Weinmarktordnung zu beraten.
Infolge
der kleinen Ernten in Italien, Frankreich, in Teilen Spaniens
und in Portugal sind die Erzeugerpreise deutlich gestiegen.
Insbesondere die Preise für Weissweine waren in den letzten
Jahren weit unter die Produktionskosten abgesunken, so dass
viele Winzerbetriebe in Existenzschwierigkeiten gerieten. Aus
Frankreich und Italien ist jetzt zu vernehmen, dass nicht nur
die Erzeugerpreise für Rotweine, sondern auch für Weissweine
deutlich (teilweise 30 – 50%) anziehen, so dass wieder ein kostendeckendes
Preisniveau erreicht wird.
Der
Deutsche Weinbauverband erwartet, dass diese positive Preisentwicklung
sich auch in Deutschland zeigen wird, wo später als im Mittelmeerraum
die Ernte eingesetzt hat. Die Vernetzung und gegenseitige Abhängigkeit
der europäischen Weinmärkte ist im europäischen Markt eine Realität,
die sich an den europäischen Einkaufstätigkeiten der deutschen
Wein- und Sektkellereien zeigt und die in den letzten Jahren
auch zu einem europäischen Basispreisniveau für Weine geführt
hat, die unabgefüllt als Fassware gehandelt wird. Abgesehen
von lokalen Problemen innerhalb der europäischen Union sind
die Erzeuger mit der Qualität des Jahrgangs sehr zufrieden.
Dies trifft auch für die ersten Bewertungen zu, die aus den
deutschen Weinbaugebieten vorliegen. Die freundliche Witterung
des anhaltenden “Altweibersommers” kommt der Qualität zu Gute.
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