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Dauerbilligpreise
Landeskartellbehörden sollen verstärkt kontrollieren
bwv
- Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau,
Leo Blum, forderte in einem Schreiben den Staatsminister für
Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Hans-Artur
Bauckhage auf, die Landeskartellbehörden anzuweisen, verstärkt
die Einhaltung des Kartellgesetzes im Lebensmitteleinzelhandel
zu kontrollieren. Hintergrund seien die anhaltenden niedrigen
Preise für Milch und Milcherzeugnisse sowie für Fleisch und
Fleischwaren, erklärte der Präsident. Gegenüber dem Vorjahr
hätten die Verbraucher in Deutschland für Milchprodukte erheblich
weniger ausgeben müssen. Nach Angaben der Zentralen Markt- und
Preisberichtsstelle (ZMP) seien beispielsweise für Markenbutter
durchschnittlich nur 0,87 € gezahlt worden, was einer Verbilligung
von 8,4 % entspreche. Vollmilch hätte sich um 7,8 % auf 0,59
€ pro Liter verbilligt. Auch Käse habe unter dem enormen Preisdruck
zu leiden. Der Preisdruck wirke sich selbstverständlich auf
die Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe aus, die seit
Jahren um akzeptable Einkommen kämpfen müssten. Solche niedrigen
Preise für Lebensmittel seien nicht tolerierbar. Diese Billigpreismarketingstrategie
habe des weiteren zur Folge, dass die Wertschätzung der Lebensmittel
in den Köpfen der Bevölkerung zurückgehe. Neben diesem bedenklichen
Wertewandel litten auch die landwirtschaftlichen Betriebe und
Familien unter den Folgen dieses Verkaufsgebarens. Der Bauern-
und Winzerverband Rheinland-Nassau fordert die Discounter und
die Märkte des Lebensmitteleinzelhandels auf, sich endlich ihrer
Verantwortung gegenüber der Nahrungsmittelproduktion zu stellen
und die Lebensmittel aus Preiskämpfen heraus zu halten.
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