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Weinlese
immer Früher
Die Traubenlese im Herbst wird möglicherweise für kommende Generationen
in Deutschland zu einem Relikt aus alten Tagen. Die von internationalen
Klimaforschern und Biologen festgestellte Klimaveränderung macht
auch vor dem Weinbau nicht halt.
Wie
die Deutsche Presseagentur meldet, hat die Staatliche Lehr-
und Forschungsanstalt (SLFA) in Neustadt ermittelt, dass die
wichtigsten Eckdaten der Entwicklung der Weinreben heutzutage
weitaus früher anzusetzen sind als im Durchschnitt der vergangenen
40 Jahre.
Das
gilt zum Beispiel für den Rebenaustrieb (sieben Tage früher),
die Rebenblüte (zehn Tage früher), die Traubenreife (zwölf Tage)
und die Weinlese (15 Tage). Nach SLFA-Hochrechnungen setzt sich
diese Tendenz fort. Klimaforscher gehen davon aus, dass die
Winter nasser und die Sommer trockener werden. Als Folge entsteht
bei einer verlängerten Vegetationsperiode ein höherer Wasserbedarf,
der jedoch wegen des geringeren Regenangebots zu "vermehrtem
Wasserstress" der Reben führen wird. Auch die Häufigkeit von
starken Gewittern im Sommer wird zunehmen.
Der
Rebsortenspiegel in Deutschland wird sich nach diesen Prognosen
langfristig deshalb ebenfalls verändern: Weinbauexperten gehen
davon aus, dass auch nördlich der Alpen in Zukunft spätreifende
südländische Rebsorten angebaut werden können. Dagegen ist eine
fast ausschließlich deutsche oder österreichische Spezialität
bald am Ende: Die Chancen auf Eiswein werden in ferner Zukunft
sinken.
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