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Biotechnischer
Rebschutz
Förderung der biotechnischen Traubenwicklerbekämpfung darf nicht
an EU-Bürokratie scheitern „Die Förderung der umweltschonenden
biotechnischen Traubenwicklerbekämpfung darf nicht an der EU-Bürokratie
scheitern", sagte Harald Glahn, Staatssekretär im Ministerium
für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, auf einer
Veranstaltung der Staatlichen Lehr- und Forschungsanstalt (SLFA)
Neustadt zur Durchführung und Förderung des biotechnischen Rebschutzes.
Fachleute aus der Praxis, der Industrie und der Verwaltung haben
auf der Veranstaltung die Verwirrungsmethode mit Pheromonen
erörtert und Wege einer Vereinfachung des aus EU-rechtlichen
Gründen schwierigen Förderverfahrens aufgezeigt.
Die Traubenwicklerbekämpfung nach der Verwirrungsmethode mit
Sexuallockstoffen (Pheromonen) habe in Rheinland-Pfalz eine
lange Tradition, sagte der Staatssekretär. Vor allem die SLFA
Neustadt habe sich von Anfang an an den Forschungs- und Entwicklungsarbeiten
in diesem Bereich beteiligt. Ebenso habe sich die BASF als Entwickler
und Vertreiber des Verfahrens mit großem Engagement für diese
Form des umweltschonenden Rebschutzes eingesetzt. „Seit mehr
als zehn Jahren wird in Rheinland-Pfalz das Verfahren mit Unterstützung
der Weinbauberatung und des weinbaulichen Versuchswesens in
der Praxis mit gutem Erfolg eingesetzt", bilanzierte Glahn.
Das Land Rheinland-Pfalz habe in den zurückliegenden Jahren
den Pheromoneinsatz im Weinbau im Rahmen eines Pilotprojektes
mit rund 100 Euro pro Hektar gefördert Schließlich könne dadurch
weitgehend auf den Einsatz von Insektiziden verzichtet werden.
Im Jahr 2002 wurden in Rheinland-Pfalz rund 4 000 Hektar mit
Pheromon behandelt und einfach und unbürokratisch gefördert.
„Ab 2003 werden sich die Rahmenbedingungen für den Einsatz und
die Förderung des Pheromoneinsatzes aber grundlegend ändern,
denn auf Grund der EU-Vorschriften über die Gewährung von Beihilfen
und der Haushaltssituation des Landes ist es nicht mehr möglich,
die gewährte Landesförderung zukünftig in der bisherigen Form
weiter zu führen", sagte Glahn. Eine Überführung in das Förderprogramm
Umweltschonende Landbewirtschaftung, FUL, sei ab 2003 unumgänglich
geworden.
Dies
führe einerseits zu der Möglichkeit, die Förderprämien unter
EU-Beteiligung auf 180 Euro pro Hektar anzuheben, andererseits
seien aber umfangreiche „Spielregeln" einzuhalten, die Brüssel
für die Umsetzung der Agrarumweltmaßnahmen bindend vorgebe,
erläuterte der Staatssekretär. Dazu komme, dass voraussichtlich
im Verlauf des Jahres 2003 zur Traubenwicklerbekämpfung keine
tiefenwirksamen Insektizide mehr zur Verfügung stehen würden.
Deshalb lägen bereits jetzt rund 200 Anträge von Anwendergemeinschaften
vor, denen schätzungsweise bis zu 10 000 Winzer angehörten.
Die beantragte Fläche liege bei rund 39 000 Hektar und umfasse
damit rund zwei Drittel der rheinland-pfälzischen Rebfläche.
Insgesamt belaufe sich die Fördersumme auf rund 7,04 Millionen
Euro. Gegenüber den derzeitigen Kosten von rund 70 Euro pro
Hektar bei Verwendung von Insektiziden entstünden zukünftig
Kosten von über 200 Euro pro Hektar beim Pheromoneinsatz, führte
der Staatssekretär aus.
„Um in den Genuss der Förderung des biotechnischen Pflanzenschutzes
im Rahmen des FUL zu kommen, müssen die Antragsteller bei der
Abwicklung die Vorgaben der Europäischen Kommission konsequent
beachten", sagte Glahn.
Dies
bedeute konkret für die Programmteilnehmer,
*
einen fünfjährigen Verpflichtungszeitraum einzuhalten,
*die
schriftliche Willensbekundung jedes einzelnen Teilnehmers vorzulegen,
*ein
Flächennachweis zu führen,
*aus
dem alle förderfähigen Flächen hervorgehen,
*alle
Rückforderungs- und Sanktionsbestimmungen, die Brüssel vorgibt,
zu akzeptieren.
„Auch wenn wir von Landesseite alles daran setzen, die bürokratischen
Hindernisse niedrig zu halten, bleibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt
keine andere Wahl als die geltenden EU-Bestimmungen zu beachten.
Ansonsten drohen der Verlust von Fördergeldern und dem Land
schwer wiegende Konsequenzen aus Brüssel, die deutliche Nachteile
für die gesamte Agrarförderung haben könnten", so der Staatssekretär.
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