|
Vollversammlung
der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz
Bauckhage wirbt bei Bauern um Verständnis
Zwei Tage nach den Sparbeschlüssen der Landesregierung hat Landwirtschaftsminister
Hans-Artur Bauckhage auf der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer
Rheinland-Pfalz in Bad Kreuznach um Verständnis für die Kürzungen
geworben. Auch im Bereich Ernährung, Landwirtschaft und Weinbau
seien bei einem Sparvolumen in der Größenordnung von insgesamt
356 Millionen Euro allein für den Nachtragshaushalt 2003 Kürzungen
unvermeidlich, so der Minister.
Die
in diesem Bereich vorgesehenen 20 Millionen müssten jetzt erbracht
werden. Sein Ministerium prüfe, wie dies „am erträglichsten"
für die Bauern und Winzer umgesetzt werden könne.
„Wir
werden nicht nach der Rasenmähermethode kürzen, sondern in enger
Abstimmung mit dem Berufsstand Prioritäten festlegen. Dabei
ist die Finanzierung eingegangener Verpflichtungen sichergestellt.
Der aktuelle Antragsstopp bei der einzelbetrieblichen Förderung
war aber unumgänglich", so der Minister. Bauckhage bedankte
sich bei dem Berufsstand für das gezeigte Verständnis bei den
Vorschlägen zur Agrarverwaltungsreform. „Der Berufsstand wird
in die Beratungen zur Umsetzung des Standortkonzeptes und bei
der generellen Aufgabenkritik selbstverständlich einbezogen.
Wir werden diese Reform mit Ihnen gestalten und nicht gegen
Sie durchpeitschen", kündigte der Minister an.
Mit der Agrarverwaltungsreform dokumentiere die Landesregierung,
dass das Sparen zunächst im eigenen Verantwortungsbereich beginnen
müsse, so Bauckhage. Dabei sollen bedarfs- und nachfragegerechte
Strukturen aufgebaut werden, um auch in Zukunft eine kompetente
Beratung anbieten zu können.
Mit der Einrichtung von sieben Dienstleistungszentren anstelle
von bislang 21 selbstständigen Stellen sollen in einem Zeitraum
bis „allerspätestens 2015" die Hälfte der Personal- und Sachkosten
eingespart werden. Das sind durchschnittlich rund 40 Millionen
Euro jährlich an Einsparungen in der Verwaltung. An diesen Zentren
in allen Regionen des Landes sollen Beratung, Förderung und
Bodenordnung aus einer Hand angeboten werden.
Angesichts
der „agrarpolitischen Großwetterlage" mit weiteren Liberalisierungsschritten
und der anstehenden EU-Osterweiterung werde der Wettbewerb weiter
zunehmen, so der Minister. „Diese Entwicklung ist auch grundsätzlich
in einer Marktwirtschaft richtig, aber wir brauchen auf den
Weltmärkten und im europäischen Binnenmarkt einen fairen Wettbewerb",
betonte Bauckhage. Er wehre sich deshalb dagegen, wenn Landwirte
und Winzer auch weiterhin höhere Umwelt-, Tierschutz-, Hygiene-
oder Sozialauflagen erfüllen müssten als die Konkurrenz. „Wettbewerb
ja, aber zu den gleichen Bedingungen", so das Credo des Ministers.
Besonders bei den Umweltmaßnahmen achte er darauf, dass die
Landwirte keine Leistungen „zum Nulltarif" erbringen müssten.
„Alles was über die so genannte gute fachliche Praxis hinausgeht,
muss über verbindliche Regelungen dem Bauern vergolten werden",
betonte Bauckhage.
|